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Was ist eigentlich ein Middle?

KATEGORIE: UNTEN

Die Rolle des Middle…

…beschreibt eine Person, die sich mit einer jüngeren Denkweise etwa im Teenager-Alter identifiziert oder ein entsprechendes Verhalten an den Tag legt und die Beziehung zu einer fürsorglichen aber auch strengen Elternfigur sucht. Der englische Begriff der “Mitte” ordnet die Rolle mit dem erfundenen Alter zwischen Little und Grown-Up ein.

Als Middle ist es einer Person möglich sich wieder als Teenager zu fühlen. Meist liegt das gefühlte Alter zwischen elf und 17 und es werden in der Rolle stereotypisch jugendliche Verhaltensweisen an den Tag gelegt. Darunter können das Hören von Teenager-Musik, Tragen auffälliger Kleidung oder auch pubertäre Stimmungsschwankungen fallen. Genau wie bei echten Jugendlichen ist die sexuelle Aktivität nicht zwingend vorhanden, sondern sie entscheidet sich immer im Einzelfall. Die Middles suchen in ihrer Rolle meist nach einer erwachsenen Bezugsperson, die sie schützend behandelt, aber auch streng in ihre Schranken weist.

Als “Middlespace” wird dabei die Gefühlswelt bezeichnet, in der die Middles sich mit einem jugendlichen Alter definieren. Im Middlespace können Middles ihren Alltag und ihr eigentliches Alter gänzlich vergessen und sich als Teenager fühlen. Außerhalb des Middlespace können auch Middles ein “normales” Leben mit ihrem wahren Alter leben.

In ihrer Rolle können Middles Stress abbauen und sich fallen lassen. Der Spaß im Spiel mit einem dominanten Konterpart entsteht aus dem Machtgefälle von Autoritätsperson zu Middle. Zudem gibt das Rollenspiel den meisten Middles ein seltenes Sicherheitsgefühl.

Welche Rollen sind ähnlich?

Ein Middle ist Teil der untergeordneten Rollenfamilie mit Sub und Bottom sowie allgemein den Ageplayern zuzuordnen. Sehr ähnlich, wenn auch im gedachten Alter deutlich jünger ist die Rolle des Little mit Babyboy und Babygirl als spezielle Ausprägungen. Gerade Middles, die streng erzogen werden wollen, sind meist auch Masochisten.

Welche Rollen passen dazu?

Ein Middle braucht für das Sicherheitsgefühl eine übergeordnete Bezugsperson aus der Gruppe der Dom oder Top. Am besten eignet sich dafür die Rolle von Mommy oder Daddy, woraus das CGM (Caregiver-Middle) Spiel entsteht. Mit der dominanten Rolle wird sich das Middle auch streiten und die Grenzen austesten, wie es für einen Teenager typisch ist.

Wie erkenne ich, dass ich ein Middle bin?

Falls du in dir immer noch den jugendlichen Teil deiner Persönlichkeit spürst, den du endlich mal frei ausleben willst, dann ist diese Rolle interessant für dich. Zudem musst du dir wünschen jugendlich, spielerisch und unerfahren zu handeln und dich in die Obhut einer Vertrauensperson zu geben.

Als Middle ist wichtig, dass…

…du bei deiner Partnerwahl aufpasst und dich nur mit dem passenden Partner in deinen Middlespace begibst. Dieser Bezugsperson solltest du auch unbedingt klar deine Grenzen und Wünsche kommunizieren. Dazu zählt auch, ob du als Middle sexuelle Praktiken als Teil des Spiels siehst, oder nicht. Falls du vermutest, dein Wunsch ein Middle zu sein, könnte durch ein Trauma im Jugendalter verursacht worden sein, empfehlen wir nicht zu spielen, sondern dich zunächst psychologisch beraten zu lassen. Doch als mental gesunder Mensch kannst du als Middle deine Träume mit der richtigen Person zusammen ausleben.


Anmerkung:

Aus den USA schwappt gerade der Trend des “Daddy-Kink” auch zu uns über. Eine der bekanntesten Formen des Caregiver-Little-Spiels, kurz CGL, ist die Konstellation Daddy Dom und Little Girl, kurz DDLG oder um die beiden Status von oben und unten noch zu verdeutlichen häufig auch DD/lg geschrieben. Als Daddy-Kink hat diese Spielart über soziale Medien Einzug in den Mainstream gefunden und taucht immer wieder als verwässerter Begriff auf. Sexy Rollenspiele, a là älterer, fürsorglicher Mann trifft auf pubertäres schutzloses Mädchen, werden so gleich als Daddy-Kink deklariert und unter DDLG aufgefasst, obwohl das selbstgegebene Alter von Middles deutlich älter als das der Littles ist. Diese Rollenspiele mögen auch in der Vanilla-Variante durchaus ihren Reiz haben, doch ohne das Element eines deutlichen Machtgefälles und ohne einen klar abgeklärten Rahmen, sind sie doch eher weit von einem echten Daddy-Kink entfernt.