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Was es mit dem berühmten Safeword auf sich hat

Was ist ein Safeword?

Einer der wenigen Begriffe, der auch außerhalb der BDSM-Welt große Bekanntheit genießt, ist das Safeword, manchmal auch Codewort genannt. Es steht für ein Wort oder eine Reihe von Wörtern, die vor dem Beginn einer Session oder ganzen Beziehung vereinbart werden, um diese zu beenden. Das Safeword dient überwiegend dem unterwürfigen Part oder Bottom, dominante Personen oder Tops können und sollen dieses jedoch genauso verwenden.

Warum ist das Safeword so wichtig?

Die wichtigste Grundlage aller BDSM-Handlungen ist das gegenseitige Einverständnis, das zu jeder Zeit widerrufen werden kann. Während Wörter wie “Nein” oder “Stop” normalerweise signalisieren, dass jemand mit einer Aktivität oder Handlung nicht einverstanden ist, können diese bei SM-Aktivitäten durchaus Teil des Spiels sein. 

Aus diesem Grund ist es wichtig, ein anderes Wort oder Zeichen festzulegen, das nicht missverständlich ist, um den ernsthaften Wunsch zu signalisieren, dass eine Session beendet wird.

Welche Worte oder Begriffe eignen sich als Safeword? 

Eigentlich jedes Wort, am besten ein Substantiv, das in eurem sexuellen Kontext nicht verwendet wird, unmissverständlich und leicht zu merken ist. Am besten eignen sich Alltagsgegenstände wie “Küchenrolle”, “Laptoptasche”, “Notizblock”, “Fernbedienung” oder “Marmelade”. Außer natürlich letztere ist Teil des Spiels.

Slowword und Ampelsystem

Eine beliebte und einfach zu merkende Variante ist das Ampelsystem, bei dem die Nennung der Farbe “Rot” den Abbruch einer Session signalisiert und “Gelb” als so genanntes Slowword dient. Das Slowword oder “Gelb” soll der anderen Person zu verstehen geben, dass er oder sie die Session zwar nicht abbrechen, aber die Intensität auch nicht weiter steigern soll. Die Farbe “Grün” wird im Ampelsystem in der Regel nur auf Nachfrage genannt und signalisiert, dass alles in Ordnung ist und die Handlungen genossen werden.

Zeichen statt Worte, wenn Sprechen nicht möglich ist

In Spielarten, in denen eine Person am Sprechen gehindert ist, etwa durch einen Ballgag oder Knebel, muss vorher ein Safezeichen vereinbart werden, das den Wunsch zum Abbruch anzeigt und das die anderen Beteiligten unmissverständlich interpretieren und sehen können. Das könnte Finger- oder Klopfzeichen sein oder ein Gegenstand, der bei Bedarf fallengelassen wird. 

Auch bei Gesten, die das Safeword ersetzen, kann sich eine Slow-Stufe einbauen lassen. Zum Beispiel könnten drei ausgestreckte Finger “bis hierhin und nicht weiter” bedeuten und ein aus Daumen und Zeigefinger geformter Ring den sofortigen Abbruch. Einmal klopfen könnte für “slow down” stehen, zweimal für Abbruch. Ein Gegenstand in der rechten Hand, am besten sogar ein gelber, kann für “es geht gerade noch, aber bitte nicht weiter” stehen und ein roter in der linken Hand für “hör sofort auf”.

Worauf es zu achten gilt: 

Die Nennung des Safewords ist verbindlich

Die Nennung des Safewords ist unmissverständlich und die Session muss beendet werden. Punkt. Wird das Safeword ignoriert, zerstört das nicht nur jegliche Vertrauensbasis der Beteiligten, es kann auch bei der Person, die den Abbruch wünscht, zu schwerwiegenden physischen oder psychischen Schäden führen. 

Safeword vorher besprechen und Dauer festlegen

Safe- und gegebenenfalls auch Slowword oder die entsprechenden Zeichen müssen unbedingt vor dem Beginn einer Session festgelegt werden, wenn alle Beteiligten bei klarem Verstand sind. Auch die Gültigkeit und Dauer müssen vorher einvernehmlich besprochen werden. Zum Beispiel ob es nur für die Dauer einer Session oder für eine ganze Beziehung gilt. In letzterem Fall kann auch die Einigung auf ein Pausenwort sinnvoll sein.

Das Safeword ersetzt nicht die Pflicht zum regelmäßigen Check-In

Manchmal kann der Subspace zu einem tiefen, tranceähnlichen Zustand führen, sodass der oder die Bottom nicht mehr in der Lage ist, zu sprechen. Unter diesen Umständen ist es wichtig, Reaktionszeit und -fähigkeit des Bottoms ständig zu überwachen und sichere Signale vorab zu definieren. Bleiben diese aus, muss die Session beendet werden. Auch hier eignet sich wieder das Ampelsystem: Ist Sub nicht mehr in der Lage auf Nachfrage mit Grün oder einer vereinbarten Positivgeste zu antworten, wird abgebrochen.

Aftercare ist Pflicht

Wenn das Safeword zum Einsatz kommt, ist das Wichtigste, dass die Beteiligten intensive Aftercare betreiben, um wert- und urteilsfrei über die Gründe und das Erlebte zu sprechen. Gerade weil die Wahrscheinlichkeit eines Absturzes nach einer abgebrochenen Session ungleich höher ist.